Der Zuger Heimatschutz lehnt den Bebauungsplan Metalli ab. Dessen Umsetzung hätte zur Folge, dass ein wichtiger Zeitzeuge der Postmoderne zerstört würde und wertvolle Freiflächen im Stadtzentrum verschwinden müssten.
Das Areal Metalli mit dem Einkaufszentrum aus dem Jahr 1987, den Flächen für Wohnungen und Dienstleistungen, liegt an bester Lage im Zentrum von Zug, direkt beim Bahnhof Zug. Das «Metalli», wie es von der Zuger Bevölkerung genannt wird, ist nicht nur ein Einkaufscenter, sondern ein ständig belebtes Quartier, wo man sich trifft, einkauft, Kaffee trinkt und plaudert. Kurz gesagt, das «Metalli» ist ein vertrauter Ort, wo sich alle Bevölkerungsgruppen gerne treffen. Das «Metalli» ist mit seiner baulichen Konzeption eines der wichtigsten Zeitzeugnisse der architektonischen Postmoderne in der Deutschschweiz. Folgende Qualitäten machen diese Einzigartigkeit aus: Ein dichtes Wegnetz für Fussgänger führt durch die ganze Anlage, überdeckte Passagen, offene Plätze mit Arkaden und die sorgfältig gestalteten Häuserfluchten ergeben ein stimmungsvolle bauliche Gesamtkonzeption.
Mit der Kampagne «Baukultur 1975–2000» weist der Schweizer Heimatschutz auf die Bedeutung der Bauten dieser Zeit hin. Ein Rundgang unter dem Motto Baukultur entdecken führt durch die Metalli in Zug.
Mit dem vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (Parlament) am 18. November 2025 beschlossenen Bebauungsplan Metalli wird die bauliche Konzeption des «Metalli» zerstört. Der sorgfältig gestaltete Gebäuderiegel zur Baarerstrasse soll abgebrochen und durch einen gesichtslosen, 8-stöckigen Neubau ersetzt werden. Im Anschluss an den Neubau ist ein neuer Platz vorgesehen, der keinerlei Anschluss an die Umgebung hat, sondern in eine städtebauliche Sackgasse, genauer zu einer Ladenpassage führt. Von einem «Platz», der diesen Namen auch verdient, kann somit keine Rede sein. Im Gegenteil, wichtige Freiflächen gehen mit dem neuen Bebauungsplan verloren. Am nördlichen Ende der Passage soll auf dem heute noch freien Platz ein 80 Meter hohes Hochhaus erstellt werden, das direkt beim denkmalgeschätzten Restaurant Bären vorgesehen ist. Durch das neue Hochhaus wird das denkmalgeschützte «Bärenensemble» nicht nur beeinträchtigt, sondern geradezu erdrückt. Am südlichen Ende des Bebauungsplanes (beim UBS-Gebäude) schrumpft die Freifläche, die bisher den Anschluss an die benachbarte Neustadtpassage sicherstellte, auf eine kümmerliche Restfläche.
Der Bebauungsplan Metalli hat gravierende Mängel, weshalb dieser vom Zuger Heimatschutz, dem Bauforum Zug und der IG-Metalli abgelehnt wird. Die IG-Metalli konnte bis am 22. Dezember 2025, innert gut zwei Wochen, die notwendigen Unterschriften für ein Referendum gegen den Bebauungsplan Metalli sammeln. Da das Referendum zu Stande gekommen ist, haben die Stimmberechtigten der Stadt Zug nun die Möglichkeit, sich 2026 zum Bebauungsplan Metalli zu äussern.
Metalli
Baarerstrasse 18
6300 Zug
Kontakt bei Rückfragen
Zuger Heimatschutz
Paul Baumgartner, Co-Präsident Zuger Heimatschutz, Tel. Nr. 077 523 48 82
paul.baumgartner(at)zugerheimatschutz.ch